MDCR-MONITOR
1.Teil
Johannes Christian Lotter
In einer zurückliegenden Ausgabe
des NJ versprach ich, mehr über die
Ansteuerung des MDCR-Laufwerks zu bringen. Dies will ich nun einlösen.
Wer das damals beschriebene Interface aufgebaut hat, kann das Laufwerk
über Port B der PIO ansteuern. Den 8 Bits von Port B wurde folgende
Bedeutung gegeben:
| Bit 0: | | Eingang, | | Read Clock |
| Bit 1: | | Eingang, | | Read Data |
| Bit 2: | | Eingang, | | Begin/End of tape |
| Bit 3: | | Eingang, | | Cassette in position |
| Bit 4: | | Ausgang, | | Write Command |
| Bit 5: | | Ausgang, | | Write Data |
| Bit 6: | | Ausgang, | | Move reverse |
| Bit 7: | | Ausgang, | | Move forward |
Weiterhin von Bedeutung ist noch Bit 7 von Port 0, über das das Write
enable-Signal abgefragt werden kann. Am Strobe-Eingang von Port A liegt
das 12kHz-Signal, so daß Port A - richtig programmiert - alle 83 usec
einen Interrupt anfordern kann. Soviel zur Hardware.
Da das Interface
bereits eine automatische Bandendabschaltung enthält, können Sie den
MDCR durch einen Softwarefehler nicht kaputtmachen. Nur auf einen Punkt
müssen Sie achten: Die Bits 0-3 von Port B dürfen nicht als Ausgang
programmiert werden. Andernfalls werden Sie erleben, wie Ihre PIO unter
Schall- und Rauchentwicklung in die ewigen Jagdgründe entschwindet.
Zur
Software: Das angekündigte MDCR-Bedienprogramm ist fertig. Es wird auf
Ihrem NASCOM allerdings noch nicht laufen, da ich meinen auf 64
Zeichen/Zeile umgebaut habe und das Programm dafür ausgelegt ist. Ich
muß es also mit neuen I/O-Routinen versehen, was noch einige Wochen
dauern wird (ich habe momentan sehr viel zu tun). Die endgültige
Version wird 2KByte umfassen, einen Floppy-ähnlichen Bedienkomfort
bieten (File-Struktur, Bootstrap-Möglichkeit) und auch durch Basic
ansteuerbar sein. Mehr darüber (hoffentlich) in der nächsten Ausgabe.
Doch nun zum eigentlichen Kern des Programms, den
Schreib-Lese-Routinen, die ich Ihnen nicht solange
vorenthalten möchte. Die wichtigsten Unterprogramme sind im folgenden
aufgelistet. Damit können Sie sich problemlos ein eigenes
Bedienprogramm zusammenbauen.
Noch ein Tip, falls Sie nun Ihre eigenen Schreib- und Lese-programme
entwickeln wollen: Die Firma Philips gibt in ihrem MDCR-Manual auf
Seite 10 bestimmte Vorschriften für das Timing vor und nach Lese- und
Schreiboperationen an. Diese Vorschriften sind tatsächlich ernst zu
nehmen- meine ersten Leseprogramme liefen nicht richtig, weil
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ich nach dem Motto "Ein paar Millisekunden weniger werden schon
nichts ausmachen" noch ein paar Blöcke mehr aufs Band quetschen
wollte. Also: Die angegebenen Zeiten dürfen Sie ruhig überschreiten,
aber beim Unterschreiten gibt's Probleme.

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