Der neue Monitor
Teil 2
von GÜNTER KREIDL
FEEDBACK ERWÜNSCHT
Bereits im Januarheft
des 80-BUS-Journals erschien der erste Teil
dieses Artikels. Seither war ich leider zu sehr mit anderen Aufgaben
beschäftigt, um weiter an dem neuen Monitor arbeiten zu können. Es
fehlte bislang aber auch an Resonanz aus der Leserschaft. Wie groß ist
überhaupt das Interessse an CP/M-Kompatibilität? (Wen der Preis für
Diskettensysteme immer noch abschreckt, der wird vielleicht von der
Ankündigung eines billigen Controllers im 80-BUS-Journal getröstet -
vielleicht kann man auch Sinclairs neue Laufwerke (ca. 240,- DM!)
verwenden, wenn sie endlich auf den Markt kommen.) Und welche
Funktionen soll der Monitor über die CP/M-Schnittstelle hinaus
übernehmen? (Sollen wir z.B. die Grafikroutinen von Michael Bach
einbauen? - Wird eine Singlestep-Funktion benötigt? - etc.) Also bitte:
Wünsche, Vorschlage, vielleicht auch schon fertige Routinen an die
Redaktion schicken. Je mehr Leute sich beteiligen, desto interessanter
und vielseitiger wird das Betriebssystem.
EINE LANZE FÜR DEN NASCOM
In der letzten Zeit hatte ich Gelegenheit, einige Tage mit einem
CP/M-System zu arbeiten und auch ein
ELZET-80-System
mit MDCR-Laufwerken auszuprobieren. In beiden Fällen war ich von der
Systemsoftware recht enttäuscht. Wem das komfortable Editieren auf dem
ganzen Bildschirm mit NAS-SYS zur Gewohnheit geworden ist, der tut sich
schwer mit dem CP/M-Editor, und auch auf den direkten
Bildschirmspeicherzugriff möchte ich beim Programmieren ungern
verzichten. Und erst das Entwanzen von Programmen! Unter CP/M passiert
z.B. folgendes: Ein neues Programm bricht zusammen. Der Ausstieg mit
Reset ruft das Bootstrap-Programm auf. Damit wird CP/M neu geladen, und
zwar zunächst nach 100H und dann auf den entsprechenden Arbeitsbereich
verschoben (je nach Konfiguration). Wer die Fehlersuche so gewohnt ist,
daß er sich zunächst einmal den Speicher daraufhin ansieht, was da
eigentlich passiert ist, der findet unter CP/M das Programm nicht
wieder, da es inzwischen beim Neuladen von CP/M
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überschrieben wurde. Naturlich enthält CP/M einen Debugger mit
Trace-Modus, mit man das Programm testen kann, aber ich finde das alles
ganz schön umständlich. Klein aber fein ist unsere NASCOM-Software, und
das "klein" ist durchaus anerkennend gemeint. Was z.B. ZEAP
mit einer Programmlänge von 4K an Komfort und Möglichkeiten bietet,
schafft das Assembler-Editor-Programm ZEDASM für den
ELZET-80
trotz
eines Programmumfangs von 9K noch lange nicht. Und wer sich darüber
geärgert hat, daß fast die ganze NASCOM-System-Dokumentation nur in
englischer Sprache erhältlich ist, der sollte sich einmal das
sogenannte "Deutsch" der Verfasser des Handbuchs zum
ELZET-80-Monitor
zu Gemüte fuhren. Haben Sie vielleicht schon einmal
"Charakterwerte in Ihrem Speicher gefunden"? Wenn nicht,
können Sie ihm "Charakter eingeben" mit diesem unglaublichen
Monitor.
WAS WIR BRAUCHEN
Damit sich möglichst viele Leser an der Entwicklung beteiligen können,
will ich versuchen einen Überblick zu geben über das, was wir für den
Monitor brauchen.
I/O-Treiber: Tastatur, Bildschirm (wahlweise 48*16
und 80*24) , serielle Schnittstelle, Centronics-Anschluß über PIO; soll
beliebig vom Benutzer erweiterbar sein.
Massenspeicher: Treiberroutinen für Cassette, MDCR, Floppies;
Dateiverwaltung über Directory mit CP/M-kompatiblen Routinen: Öffnen
und Schließen von Dateien, Sequentielles Lesen und Schreiben von
Records für alle Medien (RP/M-kompatibles Cassettenformat!); Wahlfreier
Zugriff für schnelle Medien (evtl. auch für MDCR!).
Kommandointerpreter und Monitor: Eine Schmalspurlösung mit einfacher
Speicheranzeige und -Veränderung oder ein komfortables FORTH-ähnliches
Betriebssystem incl. Rechenroutinen und Compiler (mich ärgert es
eigentlich, daß ich immer wieder zum Taschenrechner greifen muß, wenn
ich am Computer sitze und nicht gerade BASIC geladen habe).
Der Aufwand ist vielleicht geringer als man glaubt, da vieles von dem,
was wir brauchen, im NASCOM-Journal oder 80-BUS-Journal bereits
erschienen ist oder in Kürze erscheinen wird. Darum nochmal die Bitte:
Teilen Sie uns Ihre Wünsche und Vorschläge mit.
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