NASCOM Praxis
TEIL 4
von ISTVAN GILVAZI
Von Beruf bin ich Chemotechniker, arbeite aber als
"EDV-Organisator und Programmierer" in einer Konservenfabrik.
In unserer kleinen Firma arbeiten wir mit einem NASCOM 2, 48K dynam.
RAM und 8K stat. RAM. Als Drucker benutzen wir den EPSON MX 80 FT.
Der Entschluß, einen NASCOM zu benutzen, wurde durch die allgemeine
Situation in Jugoslawien gefaßt. Der Microcomputermarkt ist hier sehr
schlecht, und der Kauf von fertigen Computern durch den Zoll so teuer,
daß er für Amateure unmöglich ist. So gibt es in unserem 30000
Einwohner zählenden Städtchen drei NASCOM 2, einen APPLE und noch drei
andere Rechner. Aber nicht nur Hardware, auch die Software kann kaum
beschafft werden.
Ebensowenig gibt es eine Zeitschrift für Microcomputer, nur eine oder
zwei Seiten in technischen Zeitschriften, und so ist das 80-Bus Journal
hier eine echte Bereicherung.
Wir wollen nun noch zwei NASCOM- oder GEMINI Systeme kaufen (wegen des
Zolls als Bausätze) und einen Computerclub gründen.
Nun aber zu den Aufgaben, die der NASCOM in der Firma zu erledigen hat:
Zunächst einmal die Lohnabrechnungen. Der EPSON druckt für jeden
Arbeiter monatlich jeweils eine Abrechnung für die Firma und einen
Beleg für die Bank. Das Format der Bankbelege ist recht kompliziert.
Auch die Ziffern müssen in einem besonderen Format ausgedruckt werden,
z.B. 9891.20 wird als 9.891.20 dargestellt. Das Problem wird durch ein
BASIC-Programm gelöst, in dem Zahlen als STRING-Variablen addiert
werden. Die maximal erfaßbare Zahl hat insgesamt 11 Stellen.
Weiter muß
der NASCOM jeden Monat eine grafische Darstellung der Produktion für
jeden Tag erstellen, ebenso ein Schaubild der verbrauchten elektrischen
Energie.
Es wird auch ein Verwaltungsprogramm für unsere Rohstoffe benötigt, das
Mengen, Lieferanten, Daten und Preise verarbeitet.
Das komplizierte Kalkulationsprogramm, mit dem wir die Planung für das
ganze Jahr machen, wird auch vom NASCOM bewältigt.
Im Augenblick ist ein Programm in Arbeit, das den Verbrauch von Öl und
Dampf in unserem großen Dampfkessel auswerten soll. Damit soll eine
bessere Ausnutzung der Energie erreicht werden.
Zum gleichen Zweck ist schon ein Programm in Betrieb, das den
Sterilisationsfaktor berechnet und simuliert. Bei der Sterilisation
messen wir die Temperatur im Zentrum der Dose in einminütigem Abstand.
Dann wird sie grafisch dargestellt und der Faktor F0 berechnet. Wenn er
zu klein ist (jeder Artikel hat einen anderen Bereich) dann ist die
Sterilisationszeit zu kurz oder die Temperatur zu niedrig. Ist er zu
groß, wird die Sterilisationszeit zu lang, und wir benötigen zu viel
Energie. Das Programm errechnet uns den günstigsten Wert für F0.
Die speziellen Programme für die Konservenfabrik haben wohl für die
Journalleser keinen praktischen Nutzen. Das folgende
"Mini-Kalkulationsprogramm"
könnte allerdings für einige Leser interessant sein.
Auf den Monitor schreiben wir den Namen des
Artikels, den Einzelpreis und die Menge (mit dem Cursor die
entsprechende Reihe oder Spalte aufsuchen). Beim Drücken der ENTER-
Taste erfolgt die Rechnung. Man kann in jeder Reihe oder auch am Ende
berechnen lassen. Jede Zahl kann korrigiert werden. Die Summe erscheint
in der fünfzehnten Reihe.
Dieses Programm wird noch erweitert. Es soll dann die Möglichkeit
bieten, den Bildschirminhalt ausdrucken zu lassen oder eine andere
Seite zu wählen.
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