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Nascom Journal

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auszublenden, wenn CP/M läuft. In normaler NASCOM-Betriebsart dagegen liegt der NASCOM-Spei­cher­be­reich weiterhin bei Adresse 0 und NASSYS bleibt weiterhin verfügbar. Die meisten Floppy-Controllerkarten für den NASCOM erledigen diese Aufgabe softwaremäßig und schalten vor dem Starten von CP/M über ein Ausgabeport den Speicher um, normale RAM-A,B und C-Karten sind verwendbar.

Massenspeicher: Der Massenspeicher, der bei CP/M vorausgesetzt wird, sollte mindestens 100KB Grosse bei direkter Zugriffsmöglichkeit haben. Direkte Zugriffsmöglichkeit heißt, daß der Speicher in Records definierter Länge unterteilt ist, auf die durch Angabe einer zugeordneten Recordnummer gezielt zugegriffen werden kann. Solche Bedingungen haben natürlich Einfluß auf die mechanische Konstruktion des Massenspeichers. Etliche Kilometer lange Bänder, bei denen ein Umspulen von Record 1 auf Record 1000 zehn Minuten dauert, sind für random access (direkten Zugriff) sicher denkbar ungeeignet, sie haben eine sequentielle Struktur vorgegeben. Trotzdem ist CP/M auf Magnetband natürlich machbar, vorausgesetzt man bekommt eine Blockung aufs Band und hat vertretbare Umspulzeiten auch bei hoher Kapazität.

Massenspeicher speziell für random access hingegen sollten eine mehr flächige Struktur haben, die ein Erreichen aller Records bei etwa gleichem Zeitaufwand ermöglichen. Dies ist der Fall bei Halbleiterspeicher (daher Random-Access-Memory), Mikrofiches, sowie bei Platten und Trommeln. Halbleiterspeicher eignet sich tatsächlich hervorragend als superschneller Massenspeicher, jedoch sind die Flüchtigkeit der Information bei fehlender Stromversorgung und die hohen Kosten gegenüber magnetischem Massenspeicher noch Hindernisse, aber eine 256k-Speicherkarte zusätzlich als nonrotating semiconductor-disk (DIGITAL-

Produktbezeichnung) ist für Kurzzeitdaten doch recht interessant.

Mikrofiches, Hologramme und andere optische Speicher haben zwar eine hohe Datendichte und sind nichtflüchtig, aber sind nicht schreibbar. Trommelspeicher sind aufgrund ihres mechanischen Aufwands nur noch im Altgerätehandel und Computermuseum zu bewundern, bleibt also nur noch der Plattenspeicher übrig. Wegen der derzeit noch idealen Struktur der Magnetplatte als Random Access-Gerät geht CP/M von einem in Spuren mit untergeordneten Sektoren als Records angeordneten Massenspeicher aus. Die Diskette ist der preiswerteste Magnetplattenspeicher. Der direkte Kontakt vom Kopf zum Medium, die niedrige Rotationsgeschwindigkeit, geringe Datendichte und der einfache mechanische Aufbau tragen dazu bei. Darin stecken aber auch die Nachteile der Floppy Disk: Direkter Kontakt zum Medium bedeutet Abnutzung, niedrige Rotationsgeschwindigkeit bedeutet langsame Zugriffszeit und geringe Kapazität. Dies ist jedoch alles relativ zu mehr als 8000 DM teuren Winchesterlaufwerken betrachtet, die wohl preislich nicht mehr in den Hobbyetat passen.

Also kommt eigentlich nur die Floppy-Disk als random-access-Massenspeicher für Hobbyisten in Frage. Hier bleibt noch die Entscheidung zwischen 5 1/4 Zoll und 8 Zoll-Laufwerken. 8-Zoll-Laufwerke bieten aufgrund sehr exakter Spezifikation des physikalischen (Sektoraufbau) und logischen (Dateiaufbau) Formats bei CP/M bei größerer Aufzeichnungskapazität vor allem größere Kompatibilität und Portabilität der Disketten. Außerdem bieten 8-Zoll-Laufwerke eine weit höhere Datensicherheit, größere Lebensdauer, schnellere Zugriffszeit und solidere Verarbeitung. Dem stehen ein fast doppelt so hoher Preis, ein Gewicht von >10kg pro Laufwerk und eine Versorgungsspannung von 220V für die ständig laufenden












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