Text-Version   ·   Grafik-Version   ·   Miniaturbilder   ·   PDF-Version (ganzes Heft)   ·   Inhaltsverzeichnis

 

80-Bus Journal

Juli/Aug. 1983 · Ausgabe 7/8


68000 immer mehr auf dem Vormarsch und ein wirklicher Fortschritt. Deshalb wird gegen Jahresende der NASCOM-68K mit eben jener CPU das Licht der Welt erblicken. Programmieren wird man ihn direkt in FORTH können, CPM-68K wird auch unterstützt.

Der NASCOM-68K hat 256K-Byte RAM und kann in bestehende NASCOM-Rechner als Zusatzkarte eingebaut werden, der alte NASCOM erledigt dann die Ein/Ausgabe und kann über die 256 KByte RAM als virtuelle Floppy verfügen und den 68000 als superschnellen Arithmetikprozessor benutzen. Der NASCOM-68K wird etwa 1800 DM kosten.

Eine neue Generation von CP/M-Maschinen.

Wem der NASCOM-68K zu aufwendig ist, oder wem der gewohnte Z80 besser gefällt, kann auch geholfen werden. Ab September gibt es den NASCOM-C, der den oben genannten Leistungsstandard direkt erfüllt. NASCOM-C heisst NASCOM-Complet, weil er auf einer Platine ein Spitzenklasse -CP/M-PLUS-System ermöglicht. NASCOM-C hat damit Eigenschaften, die derzeit kaum ein anderes CP/M System erfüllt, bei einem sensationell geringem Preis:

Z80A mit 4 MHz Takt, Memory-Manageing-Unit (MMU) zur Verwaltung eines Adressraums von 1 Megabyte in 4 KB-Blöcken, 128KByte RAM direkt auf der Platine. Speicherparitätsprüfung und DMA für Transfer im ganzen 1 Megabyte Adressraum. Weiterhin Floppy-Disk Controller für alle marktüblichen 5 1/4" und 8" Laufwerke im gemischtem Betrieb. Ausserdem sind ein Harddisk-lnterface, zwei serielle Schnittstellen, eine Centronics-Schnittstelle, ein Tastaturinterface, ein 80-Zeichen BiIdschirm-lnterface, Counter/Timer und Firmware-Eproms auf dieser Superplatine im NASCOM-Format. Eine serielle Schnittstelle kann als Hochgeschwindigkeitsschnittstelle nach RS422 für Netzwerke oder als Kansas-City-Interface beschaltet werden. Das Terminal auf der Karte ist VT52/ANSII-kompatibel und unterstützt neben direkter Kursoradressierung Einfügen und Entfernen von Zeichen und Zeilen, Attribute wie Invers bzw. Farbdarstellung und Blinken, und hat einen ladbaren Zeichengenerator. Diese 80-Bus Karte kann wie jeder andere NASCOM mit 256KB RAM-Karten, Festplatte, Farbgrafik, 68000-Prozessorkarte u.s.w. erweitert werden.

Die Firmware umfasst neben der Emulation des bekannten DEC VT52 ANSII-Terminals (=Zenith H19) noch einen NASSYS-kompatiblen Monitor und einen Urlader für CPM 2.2, MP/M, CP/M Plus oder CLDDOS. Über ein optionales Kansas-City-Interface können alte NASCOM-2 Programme geladen und ausgeführt werden. Bei Verwendung der Farbgrafikkarte unter CP/M steht neben der Standard-AVC-Grafiksoftware, welche derzeit zu MICROSOFT-BASIC 4.7, PASCAL-MT+, FORTRAN-80 und Assembler kompatibel ist, auch das neue Grafikpaket von Digital Research zur Verfügung. Diese als GKS und GSX bekannten Moduln entsprechen internationalen Vereinbarungen und unterstützen ausser dem bekannten GKS noch die Protokolle PLOT-10 und Tektronix 4010. Rechner, mit denen so etwas möglich ist, kosten derzeit nicht unter 70.000 DM !!

Der Clou ist jedoch: Die Grundausführung des NASCOM-C mit "nur" 64 KB bestückt, Präzisionssockeln aber ohne Floppy-Disk Controller wird unter tausend Mark kosten, noch viel billiger gibt's die Leerplatine mit Firmware und Handbuch !!

Neue 80-Bus Erweiterungskarten.

Wer sich keinen neuen NASCOM kaufen will, kann seinen alten NASCOM selbstverständlich auch mit den ab sofort lieferbaren Zusatzkarten zu einem dem NASCOM-C vergleichbaren Gerät ausbauen. Folgende neue Platinen sind hierzu erwähnenswert:

Die 256KByte Speicher-Erweiterung.

Die neue 256 KB RAM-Karte kann als RAM-Floppy in CP/M 2.2 Systemen verwendet werden, ist aber durch Ihre 4KB bzw. 16KB Common-RAM Struktur in erster

Linie für CP/M-PLUS oder MP/M-Systeme gedacht. Mit dieser Karte besitzt dann auch der NASCOM-2 genug Speicher für CP/M-PLUS und MP/M. Eine Paritätsprüfung mittels einem neuntem Bit bietet Sicherheiten, auf die Rechner in der Preisklasse eines NASCOM für gewöhnlich verzichten. Eine DMA auf der Karte erlaubt schnellen Transfer zwischen den Banks, wie er für CP/M+ gebraucht wird. Wer keinen NASCOM-C will, aber CPM 3.0 benutzen will, braucht diese Speichererweiterung. Die Karte gibt es leer, als Bausatz mit Präzisionssockeln und fertig.

Floppy-Disk Controller für CP/M-PLUS Systeme.

Dem Trend zu grossen CP/M Systemen folgt auch die neue Floppy-Disk Controller Karte, die jetzt lieferbar ist. Sie ist dank des neuen Controllers WD2793 in der Lage, gemischt 8" und 5"-Diskettenlaufwerke mit jeder Dichte, Spurenzahl und Bitrate zu betreiben. Die Aufzeichnung erfolgt softsektorisiert in den Formaten IBM 3740 und IBM System 34. Bei Verwendung der neuen Teac-Slimline-Laufwerke ist mit dem neuen Controller auf einer Minidiskette eine Kapazität von 1,6 Megabyte ohne Einschränkung der Datensicherheit möglich. Eine hochpräzise PLL im 2793 ermöglicht das. Eine DMA erlaubt neben der hohen Speicherdichte auch entsprechend schnelle Datenübertragung. Ein Interface für 5 1/4"-Winchesterplatten mit einer Kapazität von 5,10 oder 20 Megabyte stellt jeden Massenspeicherbedarf zufrieden. Winchesterdisks werden vermutlich bald auch für Hobbyisten erschwinglich werden, denn der Bedarf nach derartig grossen Massenspeichern wächst mit der Verbreitung von CP/M-PLUS, wo etliche Programme einige 100KB gross sind und das Betriebssystem allein 200KB belegt.

Vor allem aber benötigt man bei GSX / GKS-Grafik-Anwendungen, Datenbanksystemen und manchen Compilern sehr grosse Massenspeicher. Doch mehr zum neuen Controller: Ein Counter/Timer ermöglicht das Round-Robin Scheduling bei Multitasksystemen wie MP/M und dient bei CP/M-PLUS als Echtzeituhr. Der Urlader für CP/M 2.2, CP/M-PLUS, MP/M und CLDDOS befindet sich in einem ausblendbaren EPROM auf der Controllerkarte, automatische Disk-Change-Erkennung, wie von CP/M-PLUS gefordert, ist vorhanden. Kurz und gut: Wer vorhat, seinen NASCOM zu einem CP/M-PLUS -System wie NASCOM-C zu machen, findet hier die zur Zeit brauchbarste und modernste Disk-Controllerkarte. Die Karte ist für 998 DM ab Lager fertig aufgebaut und abgeglichen lieferbar, als Leerplatine mit Firmware (Bootstrap) kostet sie 198 DM, zum Abgleich braucht man ein Zweikanaloszilloskop.

Hochauflösende Farbgrafik.

Auch das gibt es nur auf dem 80-Bus: eine Farbgrafikkarte mit 786*256 Pixels und bis zu acht Farben für 848 DM einschliesslich einer Software, die perspektivische Drehung, Rotation, Vergrösserung/ Verkleinerung und Einfärben von beliebigen Figuren unterstützt. Bis zu 4000 Farbtöne werden durch Rasterung möglich, einfache Figuren wie Polygonzüge (Kreise, Ellipsen, N-Ecke), Dreiecke, Rechtecke sind mit einem Befehl gezeichnet und eingefärbt. Schrift kann in jeder Lage, Richtung, Farbe und Grosse ausgegeben werden, Bilder können mit einem Nadeldrucker wie z.B. EPSON MX80 oder ITOH 8510 ausgedruckt werden, beim Zeichnen ist jede denkbare logische Verknüpfung mit dem Bildhintergrund möglich, Vektoren können mit absolutem oder relativem Winkel und Länge angegeben werden. Sehr effiziente Linien -und Winkelfunktions-Algorithmen führen zu einer sehr grossen Zeichengeschwindigkeit. Lichtgriffel und PAL-Modulator sind als Zubehör erhältlich, jeder RGB bzw. Schwarz/Weiss-Monitor kann angeschlossen werden, die Farben werden auf einem S/W-Monitor als acht Graustufen dargestellt.

Die Software ist derzeit für Microsoft BASIC 4.7, Assembler und unter CP/M und CLDDOS als Microsoft












Seite 43 von 52









Der Text wurde mit OCR aus der gescannten Seite erzeugt.