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80-Bus Journal

Juli/Aug./September 1984 · Ausgabe 3


Tastatur




von PETER BRENDEL







TASTATUR

Unser Nascom hat eine nicht alltaegliche Tastatur, was sich schliesslich in einem Preis aeussert, der viele davon abhaelt, ihren Neubau auf ECB-Karten mit einer solchen Tastatur auszustatten.

Moegen die Magnettasten noch so gut sein, einfache elektromechanische Tasten genuegen auch.

Wer auf dem Flohmarkt der UKW-Tagung in Weinheim war, weiss, wie preiswert gebrauchte Tastaturen zu haben sind (meine war mit 40 DM schon teuer.)

Diese Tastaturen sind oft mit 10er-Block und anderem Schnickschnack ausgestattet, was mich dazu bewogen hat, die Schaltung Abfrage elektromechanischer Tasten mit einem Zusatz zu versehen, der es gestattet "geshiftete" Zeichen zu erzeugen, ohne dabei die Shifttaste zu druecken.

z.B. !#$%^&*=()

Zum Verstaendnis der Zusatzschaltung zunaechst aber die Beschreibung der TASTATUR-ABFRAGE-SCHALTUNG (vielen Dank Herr Frommbold, sie stammt doch aus Ihrer Ecke?)

Ueber die Taktleitung wird ein Impuls ausgegeben, der durch den 74123 die Flipflops 7400 loescht und den Zaehler 7493 (7490 geht auch) auf "1" setzt. Die "1" wird mit dem 7442 decodiert, und die Spalte D1 geht auf "0", wenn der 74123 den Freigabeimpuls abgibt.

Ueber die gedrueckte Taste wird das Flipflop

der entsprechenden Zeile gesetzt.

NASSYS fragt den Port 0 ab und erkennt anhand des aktuellen Taktes und des Bitmusters an S0-S6 den Wert der gedrueckten Taste und setzt ihn intern in ASCII um.

Takt 2 wiederholt den Vorgang mit der Spalte D2, Takt 3 mit Spalte D3 usw. Die Leitung "Rueckset" setzt nach dem 7. Impuls den Zaehler auf 0, und die Spalte D0 wird abgefragt.

Soweit die Schaltung, wie ich sie begriffen habe.

Das Prinzip der Zusatzschaltung besteht darin, dass mit Druecken einer SONDERTASTE z. B.")" zuerst SHIFT simuliert, dann erst nach Ablauf mehrerer Abfragezyklen die eigentliche Taste wirksam wird.

Das wird folgendermassen realisiert:

Beim Druecken einer Sondertaste gelangt +5V ueber die Diode (rechts) ueber die Strobe-Leitung auf die Basis des BC 547. Dieser wuerde durchsteuern, wenn der Emitter auf 0V laege. Das tut er auch, wenn Spalte D0 auf 0 geht und den BC 557 durchsteuert. Die beiden Transistoren bilden ein UND-Gatter mit einem invertierenden Eingang und setzen bei E1 UND E2 nicht das Flipflop S5 = SHIFT

Die +5V von der Strobe-Leitung starten gleichzeitig ein Monoflop 4011, das nach einiger Zeit (einstellbar mit 4,7k-Poti) auf LOW geht und die 8 Transistoren BC 557 ansteuert. Nun ist Zeile & Spalte ueber die Sondertaste + Diode (links) verbunden und das entsprechende Flipflop wird gesetzt.

Das ist zugegebenermassen ein wenig "Hauruck", aber der Aufwand ist sehr gering, wenn auch die Schaltung etwas verworren aussieht. Das Ganze habe ich gefaedelt und in einer Aussparung der Tastatur untergebracht.

Die Meinungen ueber das Faedeln gehen ja extrem auseinander, ich jedenfalls finde, dass es die schnellste Art und Weise ist, zum Ziel zu kommen, wenn es sich nicht gerade um Schaltungen handelt, die hohe Sromspitzen aufweisen.

Dazu 2 Hinweise fuer Faedler:

1.Masse und +UB sollten mit Blankdraht auf der Oberseite der Platine gefuehrt werden.

2.Loeten mit sehr heisser Spitze. (Glueckllche Besitzer einer "Weller-Station" sollten Spitze Nr 8 oder 9 benutzen).

Daempfe nicht einatmen, wir sind schon verseucht genug.












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