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Nascom Journal

März/April 1982 · Ausgabe 3/4


Datenverwaltung

von Günter Böhm

Eben frisch aus dem Assembler: ein Datenverarbeitungsprojekt, das noch nicht als fertiges Programm anzusehen ist, sondern als Grundstock für ein komfortables Programm, an dessen Fertigstellung hoffentlich viele Journal-Leser mitarbeiten werden. Keine Angst, nicht wieder einer der theoretischen Vorschläge, die nie in die Praxis umgesetzt werden. Das Programm ist schon in der vorliegenden Form praktisch anwendbar, sollte aber noch ausgebaut werden. Für die Anpassung an persönliche Bedürfnisse ist es modular aufgebaut und sollte auch im Ausbau flexibel sein.

Was das Programm schon kann:

Der Nachteil vieler mir bekannter Datenverwaltungsprogramme ist die Beschränkung auf bestimmte Datenformate, wie z.B. 25 Buchstaben bei Namen etc. Der Vorteil des vorliegenden Programms ist die Organisation nach "Files", deren Umfang nur durch die Bildschirmkapazität beschränkt wird, da der Schirm als Eingabepuffer verwendet wird. Die einzelnen Daten oder Namen können beliebig lang sein; sie werden durch Space oder New Line unterschieden. Beim Aufsuchen bestimmter Daten dient dann die Reihenfolge im File zur Unterscheidung. So kann also ein File zehn oder 500 Zeichen lang sein, es wird mit seiner Original-Länge gespeichert, ohne unnötigen Platz für überflüssige Spaces zu beanspruchen. Interessant ist auch die Möglichkeit, Files zu ändern und somit auf eine völlig andere Länge zu bringen; das Programm verkürzt oder verlängert seinen Platz und verschiebt die anderen Files entsprechend. Beim Löschen eines Files bleibt ein Space mit dem Bell-Zeichen ( als Kennzeichnung für File-Ende ) erhalten, so daß nach versehentlichem Löschen wenigstens durch die erhaltene Filenummer eine Wiederherstellung der verlorenen Daten möglich ist.

Nach der Eingabe von Daten können die Files in der vorliegenden Fassung folgendermaßen verarbeitet werden:

Alle Files werden ausgegeben. Dabei kann man zwischen der Ausgabe auf dem Bildschirm oder durch Drucker wählen. Bei der Druckausgabe besteht die Möglichkeit, die Files in der abgespeicherten Form oder in bestimmte Texte

oder Ausgabeformulare eingebunden zu drucken. Die Texte können genauso wie die Files eingegeben, geändert oder aufgelistet werden. Um das Programm zu verkürzen, werden dafür die gleichen Routinen verwendet, nur werden die Parameter für Text oder File zuvor vertauscht, da beide in verschiedenen Speichern abgelegt sind. Aber zur Aufbaubeschreibung kommen wir noch zu späterem Zeitpunkt! Das Schnecken-A und eine folgende zweistellige Ziffer bezeichnen die Nummer des Datenworts im File, unbezeichnete Buchstaben oder Ziffern werden wie im Formular ausgedruckt.

Es können bis zu 9 Formulare gespeichert sein, die mit Ihrer laufenden Nummer aufgerufen werden. Ihr Umfang kann bis zu kleinen Formschreiben reichen und ist wiederum durch die Bildschirmkapazität begrenzt. Sie sehen, das Dateisystem geht ein gutes Stück über die Anlage eines Telefonverzeichnisses mit 20 Nummern hinaus.

Wie schon erwähnt, können Files oder Formulare geändert oder angehängt werden. Dabei wird eine mögliche Speicherüberschreitung durch "String too long" angezeigt, und die Änderung kann wiederholt werden.

Noch ein interessanter Aspekt ist die Suchroutine. Hier ist nicht nur ein Suchbegriff möglich, sondern eine Kombination von Wörtern mit UND- bzw. ODER- Verknüpfung in beliebiger Anzahl und Länge, nur durch Bildschirmkapazität eingeschränkt (klingt so bekannt!), Dabei gilt ein Space als UND, ein "/" als ODER. Beispiel: 1947 Max/Moritz gibt alle Files aus, die entweder Max oder Moritz UND 1947 enthalten.

Ein Return zu NASSYS und das Abspeichern der (evt. geänderten Datei) sind ebenfalls vorgesehen. Beim Speichern wird zweckmäßigerweise das Programm mit abgespeichert. Auf die paar Bytes kommt es auch nicht mehr an, und man spart sich so getrenntes Laden von Programm und Datei. Die Dateiparameter, wie Dateianfang - und Ende, Speicherende etc. werden ebenfalls auf Cassette festgehalten.

Was das Programm noch können soll:

Bisher ging es nur um die Verwaltung und das Aufsuchen von Files, aber nicht um eine wirkliche Verarbeitung der Daten. Es müßten also Routinen eingebaut werden, die Daten innerhalb eines Files berechnen, manipulieren, ablegen. Ebenso müßten Daten aller Files rechnerisch verglichen werden können,












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