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80-Bus Journal

Juni 1983 · Ausgabe 6


Noch eine kleine Anmerkung zur CPU-Karte:

Ich habe mein NASSYS3 auf den deutschen Zeichensatz lt. Journal 11/12-81 umgestellt, wobei ich alles vorher im RAM austesten konnte. Es war nur notwendig, NASSYS3 vorher in den Bereich von z.B. 1000 hex zu kopieren, dort zu ändern und dann wieder auf den Bereich 000-7FF zurückzukopieren. Anschließend wurden über Bit1 des Port3 die unteren 4K der CPU-Karte ausgeblendet + DF5B ; das geänderte Monitorprogramm stand nun im RAM und lief.

Die 48X16 Karte darf dabei allerdings nicht das CE Signal von der CPU-Karte erhalten (Pin25a), sondern muß sich selbst dekodieren. Vielleicht wäre dies eine Möglichkeit, die 80X24 Karte ohne USER-Befehl anzusteuern, indem man einfach die CRT-Routinen von NASSYS abändert und im RAM ab 000 laufen läßt.


MC-CP/M-NAS

von GÜNTER BÖHM


Das große Format der NASCOM/80-Bus-Karten hat mich schon immer gestört, und so habe ich schon vor langer Zeit eine Buserweiterung für den ECB/Kontron-Bus gebaut, die seither mit 36K RAM und einer Menge anderer Euro-Karten läuft.

Als es daran ging, eine 64K-RAM-Karte zu kaufen, kam mir MC mit dem CP/M-Computer dazwischen: Warum eine Speichererweiterung, wenn ich zum gleichen Preis eine CPU-Karte + Speicher erhalten kann? Damit war klar: ich würde ein reines Europakarten-System aufbauen. Die Aussichten auf CP/M waren ebenfalls sehr reizvoll, aber damit würde ich die Verwendung meiner mühsam erstellten Software, die nun einmal mit NASSYS läuft, ausschließen. Was nützt aber die komfortabelste CP/M-Software, wenn ich die Programme, die speziell auf meine Bedürfnisse in Beruf und Hobby zugeschnitten sind, alle neu schreiben müßte. Somit blieb für mich nur folgende Konzeption offen: ein Eurokarten System, das mit NASSYS läuft, aber auch die Möglichkeit bietet CP/M zu verwenden. An dieser Konzeption habe ich nun seither herumgebastelt, wobei mir die Firma List und Niemann zuhilfe kam; denn bei denen laufen solche Systeme schon seit mehr als zwei Jahren. Die Firma hat mehrere Platinen hergestellt (z.T. fertig durchkontaktiert)und verkauft auch Bausätze und Fertigkarten zu akzeptablen Preisen, die obengenannte Möglichkeiten verbinden. Da ich Karl Schulmeisters Layouts noch nicht vorliegen hatte und sowieso das Durchkontaktieren per Hand nicht besonders schätze (übrigens ebensowenig das mühsame Bestellen einer Menge von Bauteilen) habe ich mir die Bausätze für eine 48X16-Zeichen-Karte, ein Kansas-City-Interface mit Baudratengenerator und einer Port0-Karte (Tastaturanschluß) schicken lassen.

Beim Aufbau der MC CPU-Platine stellte ich das Fehlen einiger Teile fest (die mir allerdings problemlos nachgeliefert wurden), die Bausätze von List/Niemann enthielten dagegen solch eine Menge an Bauteilen, daß ich meine Bastelkiste ordentlich auffrischen konnte. Ob das nun Serviceleistung ist, oder daran liegt, daß der Bausatzvertrieb erst angelaufen war, ist mir letztendlich schnuppe: Hauptsache, der Aufbau konnte beginnen.

Die Platinen waren schnell aufgebaut (Die Kansas-City-Karte ist dabei sehr schön dokumentiert und liefert auch Datenblätter der wichtigen ICs) und funktionierten auf Anhieb. Eine nachträgliche Änderung des Layouts der Video-Platine war sogar schon eingelötet. Die KC-Karte habe ich inzwischen meinem alten NASCOM1 einverleibt und betreibe damit zwei Drucker und den

Cassettenrecorder, wobei ich per Software (es existiert da ein Menü-Programm für Interessierte) zwischen den Druckern und Kansas-City bzw. NASCOM1- Cassettenformat umschalte. Meine Frau freut sich, daß Sie beim Benutzen nicht viele Schalter umlegen muß, sondern einfach das Ausgabemedium per Tastendruck anwählen kann.

Mein Euro-System ist noch nicht vollständig. Im Augenblick ist es mit CPU-Platine, Video-Interface und Port0 ausgerüstet. Wenn sich (durch genügende Meldungen von Lesern) eine Herstellung von Platinen realisieren läßt, werde ich mir das Cassetteninterface (inkl. RS232 und Port0) und die IN/OUT-Platine nach Karl Schulmeister einbauen.

(sonst baue ich die I/O-Karte aus MC auf, die inzwischen von einem Vertrieb sehr günstig als Bausatz angeboten wird).

Dazu werde ich die 80x24-Zeichen-Karte benutzen (softwaremäßig umschaltbar mit der 48X16-Karte) und selbstverständlich den Floppy-Controller, den wir im nächsten Heft vorstellen werden. Damit wäre dann das Konzept verwirklicht, ohne übermäßig in die Tasche greifen zu müssen.

Wenn das ganze System funktioniert, werde ich nochmals darüber berichten mit Tips und Erfahrungen, die ich damit gemacht habe. Hier aber zunächst noch die Beschreibung der Bootlogik, die den Einsatz der MC-Karte zu meinem Zweck möglich macht.

Der MC CP/M Computer schaltet um zwischen 4K ROM und den 64K RAM. Aus diesem Grund kann ich ohne Hardwareänderungen (die ich aus verschiedenen Gründen nicht durchführen wollte), nicht das Prinzip von Günter Kreidl nachvollziehen, der NASSYS im EPROM hat, und dieses nach Bedarf ein- und ausblendet. Bei mir muß NASSYS im RAM laufen (denn ich benötige den Platz von 800 bis FFF als Bildschirm- bzw. Arbeitsspeicher und kann ihn nicht durch das EPROM belegen). Wenn das B-DOS von Helmut Emmelmann soweit ist, wird man wohl dieses Programm nach dem Einschalten des Rechners ins RAM booten und dann per Diskette NASSYS (oder jedes beliebige Betriebssystem) laden. Im Augenblick soll aber NASSYS nach dem Einschalten sofort verfügbar sein. Dies erreiche ich durch nachfolgend abgedrucktes Boot-Programm, das in einem 2732 abgelegt ist.

Nach dem Einschalten wird NASSYS zusammen mit einer kleinen "Rückkopier-Routine" in den oberen Bereich des RAM kopiert, und das Programm springt "hinterher". Dort wird durch Zugriff auf den Bereich #7000 (hardwaremäßig auf der MC Platine festgelegt) das EPROM abgeschaltet und NASSYS wieder zurück auf den Bereich 0000 bis 7FF kopiert. Dann erfolgt ein Sprung nach 0000, der NASSYS initialisiert und damit auf eine Eingabe wartet.

Damit es keine Kollisionen zwischen RAM und der Video-Karte gibt, habe ich auf dieser einfach das READ-Signal unterbrochen, so daß zwar in den Speicher der Platine eingeschrieben wird, beim Auslesen aber nur die 64K der CPU-Karte angesprochen werden (in denen ja das gleiche gespeichert ist). Soweit zu meinem (leider noch unvollständigen) System.












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